Stars wie Anastacia werben für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
„Man thue was man will, es ist
alles vergebens und umsonst.“ Derart pessimistisch urteilte anno 1690 der Stadtarzt von Breslau, Matthäus Purmann, nachdem er versucht hatte, Krebspatienten zu operieren. „Heißt es also zu recht: Noli me tangere“, notierte er resigniert.
Noli me tangere - übersetzt
„rühr mich nicht an“ - war einer der Namen, den die Ärzte früherer Jahrhunderte dem Krebs gaben. Die Bezeichnung wird dem griechischen Arzt Hippokrates (460-370 v. Chr.) zugeschrieben. Er benutzte das Wort, weil ihn die Form der Tumorwucherungen, die er bei Patienten beobachtete, an einen
Krebs erinnerte. Das krebsartige Aussehen entstand vor allem durch die geschlängelten Blutgefäße, die den Tumor nährten. Zur Behandlung des Tumors kamen damals spezielle Brenneisen sowie Tinkturen aus giftigen Pflanzensäften oder Tierexkrementen, die man den Patientinnen auf die wachsende Geschwulst träufelte, zum Einsatz.
Historische Behandlungsmethode
Auf der Theorie vom
Gleichgewicht der Körpersäfte, die ebenfalls von Hippokrates geprägt wurde, basierte auch eine weitere Behandlungsmethode, die sich von der Antike bis ins 16./17. Jahrhundert hielt. Ausgangspunkt war die Annahme, dass bei den Patientinnen eine schlechte Mischung der Körpersäfte bestehe: Vor allem der schwarze Körpersaft, also die schwarze Galle, könne nicht richtig abgeführt werden und sammele sich folglich in bestimmten Organen. Da dieses Übermaß an schwarzer Galle als Ursache für den Krebs galt, wurden die Patientinnen regelmäßig
zur Ader gelassen. Als Folge starben viele von ihnen nicht an der Krebserkrankung, sondern an dem hohen Blutverlust.
Erst in der zweiten Hälfe des zwanzigsten Jahrhunderts wurde diese Auffassung für Brustkrebs wie für viele andere Formen von Krebs überwunden. Und erst Ende der 1970er-Jahre kamen zur
Operation die
Strahlen- und die
medikamentöse Therapie hinzu, mit deren Hilfe insbesondere die Häufigkeit von Rückfällen zurückgedrängt werden konnte.
Heute bestehen gute Heilungschancen
Mit modernen medizinischen Konzepten liegen die Chancen, die Diagnose Brustkrebs zu
überleben, heute bei
65 Prozent. Und neben besserer Heilungsrate, längerer Überlebenszeit und höherer Lebensqualität ist es den neuen Therapieansätzen zu verdanken, dass mittlerweile rund 70 Prozent der Patientinnen Brust erhaltend operiert werden können, ohne dass sich ihre Überlebenschancen dadurch verschlechterten.
Frauen, die als Betroffene anderen Mut machen, sind die Sängerinnen
Anastacia,
Kylie Minogue und
Melissa Etheridge. Sie bekennen sich öffentlich zu ihrer Erkrankung und haben dank der frühzeitigen Diagnose und moderner Arzneimittel gute Chancen auf Heilung.