Jede zehnte Frau ist von Brustkrebs betroffen
Etwa jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs - der häufigsten Krebserkrankung der Frau. In Deutschland werden rund 46.000 Brustkrebserkrankungen pro Jahr neu diagnostiziert - Tendenz steigend.
Als
„Tumor“ bezeichnen Ärzte jede Art von Geschwulst, unabhängig davon, ob sie gut- oder bösartig ist. Die meisten Tumoren der Brust sind gutartig („benigne“). Sie gehen meist vom Binde- und Fettgewebe der Brust aus. Einige Zellen vermehren sich übermäßig, doch bleiben sie als Klumpen zusammen und fangen nicht an, in Nachbargewebe einzudringen. Sie können meist ohne Probleme herausoperiert werden. In der Regel tritt danach kein weiterer Tumor auf.
Wie entstehen Tumoren?
Bösartige („maligne“) Tumoren entstehen aus Drüsenzellen. 60 Prozent wachsen im äußeren oberen Viertel der Brust, das heißt in dem zwischen Schlüsselbein und Achsel gelegenen Bereich. Bösartig bedeutet: Die Zellen in dieser Geschwulst teilen sich ohne Rücksicht auf Gewebegrenzen und können gesunde Zellen verdrängen. Einzelne Zellen können sich vom Verband der anderen lösen und sich in Lymph- und Blutgefäße begeben, über die sie zu anderen Organen gelangen können. Dort bilden sie Tochtergeschwülste, Metastasen genannt, die weit gefährlicher sind als die erste Geschwulst, der Primärtumor.
Normalerweise ist das Immunsystem imstande, einzelne Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Tumoren entstehen nur dann, wenn Krebszellen diese Abwehr unterlaufen.
Im Übrigen kann Brustkrebs auch Männer treffen. In ihrer Brust gibt es ebenfalls Zellen, die entarten und zu einem Tumor heranwachsen können. Das Robert Koch-Institut in Berlin zählt jährlich allerdings nur 400 neu erkrankte Männer. Ihre Therapie entspricht jener bei den Frauen.
Was hilft gegen Brustkrebs?
Neben der
Operation kommen
Strahlen- und medikamentöse Therapien (Hormon- und Chemotherapie) zum Einsatz. Mit diesen Methoden konnte in den vergangenen Jahrzehnten insbesondere die Häufigkeit von Rückfällen zurückgedrängt werden. Noch in den 1970er-Jahren beispielsweise war die Amputation der Brust meist die einzige Möglichkeit, Brustkrebs zu behandeln. Die
Chancen auf Heilung lagen damals bei rund 56 Prozent. Heute hingegen hat sich diese Chance dank moderner medizinischer Konzepte auf rund 70 Prozent erhöht, wobei in den meisten Fällen eine Brust erhaltende Operation möglich ist.