Eine neue Medikamentengeneration blockiert TNF-alpha und hemmt so den Entzündungsprozess
(© Wyeth Pharma GmbH)
Die rheumatoide Arthritis ist die Folge eines
fehlgesteuerten Immunsystems, das körpereigenes Gewebe in den Gelenken angreift und dadurch Entzündungen auslöst. Ein Ansatz der medikamentösen Rheumatherapie besteht darin, den zur Aufrechterhaltung der Entzündung wichtigen Botenstoff -
„Tumor-Nekrose-Faktor-alpha“ (TNF) - auszuschalten. Dadurch kann ein Fortschreiten der Krankheit in vielen Fällen gestoppt oder zumindest verlangsamt werden. Bisher sind mit Infliximab, Etanercept und Adalimumab drei
TNF-alpha-Hemmer zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen. Voraussichtlich 2009 wird mit Golimumab ein vierter hinzukommen.
Weitere Ansatzpunkte bieten andere
körpereigene Botenstoffe wie die
Interleukine, die neben TNF-alpha am Entzündungsprozess der Gelenke von Rheumapatienten beteiligt sind. Die intensive Forschung in diese Richtung brachte bereits vielversprechende Entwicklungen, die möglicherweise zu
Therapieoptionen für Patienten führen, denen die derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht helfen.
Außerdem arbeitet die Forschung daran, die vorhandenen
modernen Antirheumatika weiterzuentwickeln, so dass sie künftig in größeren Abständen und vielleicht in Form von Tabletten oder Kapseln verabreicht werden können.
Ziel in weiter Ferne: Zerstörtes Gewebe wieder aufbauen
Sehr spannend, aber noch
in weiter Ferne ist ein weiterer Ansatz, den die Rheumaforschung verfolgt: Sie sucht nach einer Möglichkeit, das durch die Entzündung zerstörte Gewebe wieder aufzubauen und so
geschädigte Gelenke wiederherzustellen. Die Nachbildung der Gewebestruktur, zum Beispiel am Knie, ist allerdings extrem schwierig. Vor Ablauf von
20 bis 30 Jahren ist daher nicht mit einem Erfolg zu rechnen.