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10. Juli 2008

Vorbeugen statt Dialyse

 
© medicalpicture
Eine einmal zerstörte Niere ist unwiederbringlich verloren. Ob es mit Hilfe von Stammzellen, die sich in alle möglichen Gewebe differenzieren können, einmal möglich sein wird, den Patienten ein neues Organ zu schenken, steht heute noch in den Sternen. Zwar gibt es schon heute die Möglichkeit, den Betroffenen eine Niere zu transplantieren, doch nach wie vor herrscht weltweit ein Mangel an Spenderorganen.

Andere Möglichkeiten, den Patienten ein besseres und längeres Leben zu schenken, bieten sich in der medikamentösen Therapie. Zu nennen wäre hier vor allem die Entwicklung wirksamerer, möglichst nebenwirkungsarmer Blutdrucksenker, die das Fortschreiten der Erkrankung noch effektiver hemmen können als die heute verfügbaren Medikamente, von denen meist mehrere gleichzeitig gegeben werden müssen.

Die Risiken minimieren
Ein wesentlicher Schlüssel zur weiteren Verbesserung der Situation liegt aber vor allem in der Vorbeugung. Wir wissen heute, dass die Niereninsuffizienz meist auf Erkrankungen beruht, die wir durch unseren „modernen“ Lebensstil oft selbst herbei-führen. Ursache von weit über 50 Prozent der Fälle von chronischem Nierenversagen sind die Zivilisationskrankheiten Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck. Sie sind zum großen Teil auf Faktoren wie falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und Alkohol zurückzuführen. Viele Fälle von Niereninsuffizienz ließen sich somit bereits durch eine gesündere Lebensweise vermeiden, die vor den ursächlichen Erkrankungen schützt.

Aber selbst dann, wenn diese Krankheiten bereits vorliegen, kann man durch ihre konsequente Therapie die Chancen erhöhen, dass es erst gar nicht zu einer Nieren-insuffizienz kommt. Risikopatienten mit Diabetes oder Bluthochdruck, aber auch
übergewichtige Menschen oder Raucher sollten zudem an Früherkennungsmaßnahmen teilnehmen. Denn je eher ein chronisches Nierenversagen erkannt wird, umso größer sind die Chancen, das Fortschreiten der Erkrankung durch Sport, Rauchentwöhnung, Blutdrucksenkung und weitere Maßnahmen zu verlangsamen. Auch das Auftreten der häufigen und gefährlichen Herz-Kreislauf-Komplikationen kann auf diese Weise verzögert werden.
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