Bis heute ist Mukoviszidose eine unheilbare Erkrankung geblieben, bei der lediglich die Symptome und Folgekomplikationen behandelt werden können. Die Ursache der Erkrankung, der Defekt des CFTR-Gens, kann jedoch noch nicht behoben werden. Erste Versuche hierzu mit einer Gentherapie an der Lunge erwiesen sich bisher als nicht erfolgreich. Bei dieser Methode versucht man eine zusätzliche intakte Kopie des CFTR-Gens in die erkrankten Zellen einzuschleusen, welche die Funktion des defekten Gens übernimmt. Dazu wird die Kopie in die Erbsubstanz eines harmlosen Virus eingebaut, der die Lungenzellen infiziert und dabei das neue Gen hineintransportiert. In den bisher durchgeführten Studien funktionierte das prinzipiell auch, jedoch wurden zu wenige Zellen infiziert und das neue CFTR-Gen arbeitete nicht sehr lange. Zudem kam es vermehrt zu teilweise starken Entzündungen der Lunge. Daher arbeitet man heute an Alternativen, indem man versucht andere Viren als „Genfähren“ einzusetzen, die effektiver sind und weniger Nebenwirkungen mit sich bringen. Klinisch erprobt wird auch der Transport des Gens in winzigen Nanopartikeln aus Eiweiß oder als nackte, nicht umhüllte Erbsubstanz.
Können Medikamente Mukoviszidose heilen?
Neuere medikamentöse Ansätze zielen darauf ab, den gestörten Transport von Chlorid-Ionen aus den Zellen zu verbessern. Diese Störung basiert darauf, dass die vom defekten CFTR-Gen gebildeten Eiweißmoleküle nicht mehr in der Lage sind diese Aufgabe zu erfüllen. Je nachdem welche der vielen möglichen Mutationen im Gen vorliegt, werden die fehlerhaften Eiweiße entweder sofort von der Zelle zerstört oder sie funktionieren nicht richtig. Daher versucht man mit Medikamenten entweder den Abbau der Eiweißmoleküle aufzuhalten, sodass sie trotz ihrer geringeren Aktivität noch zum Einsatz kommen, oder aber die Leistung der vorhandenen, aber schlecht funktionierenden Eiweißmoleküle zu verbessern. Ebenfalls untersucht wird die Möglichkeit andere Eiweißmoleküle der Zelle medikamentös zu stimulieren, die ebenfalls Chlorid-Ionen aus der Zelle transportieren können.
Amitryptilin kann Infektionen vorbeugen
Sowohl die Gentherapie als auch die pharmakologische Behandlung der Mukoviszidose sind jedoch noch Zukunftsmusik. Umso wichtiger ist es, die Symptome der Erkrankung so gut behandeln zu können, dass die Gesundheit der Patienten so lange wie möglich erhalten bleibt. Hierbei spielen vor allem die Entwicklung neuer und die Verbesserung existierender Antibiotika eine große Rolle, denn viele der bei Mukoviszidose in der Lunge siedelnden Bakterien sind bereits resistent oder werden es im Laufe der Behandlung. Ebenfalls wichtig ist es, den immer wiederkehrenden Infektionen so gut wie möglich vorzubeugen. Hier könnte künftig die Substanz Amitryptilin helfen. Eigentlich ein Wirkstoff gegen Depressionen, bremst Amitryptylin in der Lunge die Bildung bestimmter Fettstoffe (Ceramide), die in hoher Konzentration zu Entzündungen führen können und so eine Infektion begünstigen. Nach erfolgreichen Studien an der Universität Essen wurde Amitryptilin im Frühjahr 2008 zur Behandlung der Mukoviszidose zugelassen.