Design-Elememt

14. Juli 2009

Deutliche Verbesserungen, aber noch keine Heilung

 
Mit der Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten, hat sich in der Behandlung der PAH in den letzten 15 Jahren ein rasanter Wandel vollzogen. Endlich kann das Fortschreiten der Erkrankung bei einem Großteil der Patienten längerfristig aufgehalten werden, sodass die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich gestiegen ist. Dennoch bleibt keine Zeit, die Hände in den Schoß zu legen, gibt es doch noch viele dringende, ungelöste Probleme.

Frühdiagnose verbessern
Dies beginnt schon bei der PAH-Diagnose: Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto eher kann man sie behandeln und umso besser ist die langfristige Prognose der Patienten. Doch noch immer wird eine PAH meist erst in einem späten Stadium diagnostiziert, wenn die Betroffenen bereits in Ruhe unter Symptomen wie Luftnot leiden. Ein Grund hierfür ist die Seltenheit der Erkrankung, weshalb viele Hausärzte kaum jemals einen Patienten mit PAH zu Gesicht bekommen. Zudem sind die Symptome der Erkrankung keineswegs typisch, sondern treten auch bei vielen anderen, häufigeren Herz-Kreislauferkrankungen auf. Notwendig ist also eine deutlich bessere Aufklärung der Ärzte und auch der Bevölkerung über die PAH. Sowohl die pharmazeutische Industrie als auch Selbsthilfegruppen wie der Verein „pulmonale Hypertonie e.V.“ engagieren sich hier durch Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit. Wesentlichste Verbesserung in der Diagnostik selbst, ist die immer größere Verbreitung von Geräten zur Ultraschalluntersuchung des Herzens (Doppler-Echokardiographie) bei den Fachärzten, die mit ihrer Hilfe den Anfangsverdacht auf eine PAH einfach und schnell erhärten können.

Neue Therapieoptionen
Mit dem erfolgreichen Einsatz von Iloprost, Bosentan und Sildenafil in der PAH-Therapie wurden weitere Arzneimittel in diesen Wirkstoffklassen entwickelt. So kamen in den Jahren 2006 und 2008 mit Sitaxentan und Ambrisentan zwei neue Endothelin-Rezeptor-Antagonisten in Deutschland auf den Markt. Sie besitzen einen etwas anderen Wirkmechanismus als Bosentan, was für einige Patienten sowohl hinsichtlich der Effektivität als auch der Nebenwirkungen von Vorteil sein kann. Die Zulassung des neuen PDE-5-Inhibitors Tadalafil, der weniger oft eingenommen werden muss als Sildenafil, wird in 2009 erwartet. Darüber hinaus befinden sich zur Zeit eine Reihe weiterer Substanzen in der Endphase der klinischen Entwicklung, die den Lungenhochdruck zum Teil auf anderen Wegen als die bisher verfügbaren senken können.

Viele Experten sehen die Zukunft der PAH-Therapie jedoch nicht in der Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff, sondern in der Kombination von zwei Medikamenten aus verschiedenen Wirkstoffgruppen, da bisher oft nur hierdurch eine ausreichende Wirksamkeit erreicht werden kann. In klinischen Studien wird der Stellenwert solcher Kombinationstherapien zur Zeit bei größeren Patientenzahlen überprüft. Sollten sich hiermit gute Ergebnisse erzielen lassen, ist zu erwarten, dass diese Behandlungsform künftig auch offiziell zugelassen wird und nicht nur bei problematischen Einzelfällen zum Einsatz kommt. Dennoch wird eine PAH auch hierdurch nicht heilbar werden. Ob dies irgendwann möglich sein wird, muss die Zukunft zeigen, wobei die großen Fortschritte der letzten Jahre durchaus Anlass zu Optimismus geben.
Icon Seite weiterempfehlenSeite weiterempfehlen Icon Seite druckenSeite drucken Icon Seite bookmarkenSeite bookmarken
Service
Das Forum für die medizinische Biotechnologie in Deutschland
Banner rechte Spalte vfa bio

Was wir bieten und unsere Schwerpunktthemen
weiter lesen

Bilder der Forschung 2010

Hier finden Sie alle Siegerbilder und die Nominierten.
weiter lesen