Entdecker des Insulins - Frederik Banting und Charles Best
„Das Leben des Kranken ist kurz, elend und schmerzvoll.“ So beschrieb der griechische Arzt
Aretäus von Kappadokien im Jahr 100 nach Christus als einer der ersten ein unheilvolles Leiden, das er „Diabetes“, „etwas, das hindurchfließt“ nannte. „Fleisch und Bein fließen zusammen. Die Kranken hören niemals auf, Flüssigkeit abzugeben: Die Flut ist nicht zu stoppen, als ob eine Wasserleitung geöffnet wäre“, beschrieb er die Symptome der Zuckerkrankheit.
Doch obwohl die Krankheit bereits seit der Antike bekannt war, bestand die gängige Behandlungsmethode bis in die Moderne hinein in einer
Diät. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Erforschung des Diabetes intensiviert - zahlreiche Experimente zielten darauf ab, einen Extrakt aus der Bauchspeicheldrüse zu isolieren.
Großer Durchbruch: Die Entdeckung des Insulins
Erfolgreich war schließlich Anfang der 1920er-Jahre ein Forscherteam aus Kanada. In weniger als zwei Jahren gelang es
Sir Frederik Grant Banting und seinen Mitarbeitern,
Insulin zu isolieren und für die therapeutische Anwendung weiterzuentwickeln - eine der großen Erfolgsgeschichten in der modernen Medizin. Ungewöhnlich schnell folgte 1923, ein Jahr nach der öffentlichen Vorstellung von Insulin, die Auszeichnung Bantings mit dem
Nobelpreis.
Heute besteht der erste Behandlungsschritt in einer
Umstellung der Lebensführung: Gewichtsreduktion, ballaststoffreiche Ernährung und mehr Bewegung können dazu beitragen, den Stoffwechsel zu normalisieren. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommen so genannte
orale Antidiabetika, die den Körper zu einer erhöhten Insulinproduktion anregen, zum Einsatz. Andere Wirkstoffe verringern die Freisetzung von Glukose aus der Nahrung beziehungsweise erleichtern die Aufnahme von Blutzucker in den Körperzellen. Wenn auch diese Therapiemaßnahmen nicht den nötigen Erfolg bringen, leitet der Arzt eine
Insulintherapie ein: Der Patient wird angewiesen, sich Insulin zu spritzen, um die natürliche Insulinfreisetzung bei Gesunden nachzuahmen und so den Stoffwechsel zu normalisieren.
Berühmter Diabetes-Patient: Sir Peter Ustinov
Diabetes ist eine
Volkskrankheit - entsprechend viele Stars leiden beziehungsweise litten darunter. Paul Cézanne, Miles Davis, Ella Fitzgerald, Gert Fröbe
die Liste ließe sich unendlich fortführen. Mit dem ihm typischen Humor kommentierte
Sir Peter Ustinov sein diabetisches Fußsyndrom, eine typische Komplikation der Erkrankung: „Ein großes Loch hat sich an meiner Fußsohle entwickelt, aber da ich kein Pferd bin, schaue ich mir meine Füße nicht besonders oft von unten an.“