Ständig Medikamente mit sich herumschleppen und mehrmals täglich an ihre Einnahme denken zu müssen, das fällt vielen Patienten, die dauerhaft auf Arzneimittel angewiesen sind, schwer. So mancher Patient hält sich dann nicht an die Einnahmeregeln und leidet unnötig oder setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Arzneimittelforscher haben daher eine
neue Darreichungsform entwickelt, die diesen Patienten das Leben wesentlich erleichtert. Die mit einer ausgefeilten Technologie ausgestatteten Tabletten müssen nur einmal täglich eingenommen werden, wirken aber kontinuierlich über viele Stunden bis zu einem ganzen Tag.
Das Geheimnis der
lang wirksamen Arzneimittel: Es handelt es sich um
"osmotisch aktive Systeme". Das heißt, die Tabletten besitzen eine besondere Hülle, die als halbdurchlässige Membran fungiert. Im Tabletteninneren befinden sich ein Quellkörper und eine bestimmte Menge des Wirkstoffs. Ist die Tablette im Magen-Darm-Trakt angekommen, dringt durch die Membran mit kontrollierter Rate Wasser aus dem Magen oder dem Darm ins Innere. Dadurch dehnt sich der Quellkörper aus und drückt langsam und kontinuierlich durch eine winzige Öffnung in der Hülle den Wirkstoff aus dem System heraus. Dieser Freisetzungsprozess ist auf eine ganz bestimmte Stundenzahl eingestellt. Ist die Zeit um, stellt die Tablette die Wirkstoffverbreitung ein, passiert weiter den Darm und wird später mit dem Stuhl ausgeschieden.
Mit solchen Darreichungsformen werden beispielsweise das so genannte
Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) und
starke chronische Schmerzen behandelt, wie sie häufig Patienten mit Gelenk- oder fortgeschrittenen Krebserkrankungen haben.