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15. September 2005

Von der Tollkirsche zu L-Dopa

 
Michael J. Fox engagiert sich für die Parkinsonforschung (© dpa)
„Unwillkürliche Zitterbewegung bei verminderter Muskelkraft in Körperteilen, die keine Tätigkeit ausführen, selbst wenn sie unterstützt werden; mit einem Drang, den Rumpf vorzubeugen und vom Gehen zum Laufschritt überzuwechseln: bei unversehrten Sinnen und Verstandeskräften“ - mit diesen Worten und seinem „Essay on the Shaking Palsy“ lieferte der englische Arzt James Parkinson 1817 erstmals eine umfassende Beschreibung der Krankheit, die später nach ihm benannt wurde. Die Ursache der „Schüttellähmung“ sei eine Schwellung des Rückenmarks im Halsbereich, die das „Nervenfluidum“ blockiere, mutmaßte Parkinson. Seine Therapieempfehlungen standen unter dem Einfluss seiner Epoche: Aderlass, Schröpfen und Eiterablass waren gängige Behandlungsmethoden dieser Zeit.

Die Bezeichnung Parkinsonkrankheit kam erst Jahrzehnte später auf: 1861 sprach der französische Arzt Jean-Marie Charcot erstmals von der „maladie de Parkinson“. Der Arzt am berühmten Pariser Krankenhaus „Salpetière“ vermutete bereits, dass eine krankhafte Veränderung im Gehirn die Ursache des Leidens sei.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden erste Medikamente aus Extrakten der Tollkirsche gewonnen. Mitte des 20. Jahrhunderts nahmen Mediziner dann Hirnoperationen vor, die vor allem das Zittern therapieren sollten. Den Durchbruch brachte aber erst in den 1950er-Jahren die Erkenntnis, dass im Gehirn von Parkinsonpatienten ein Mangel des Botenstoffes Dopamin besteht. Daraufhin konnte mit dem Wirkstoff L-Dopa eine gezielte Therapie entwickelt werden. Der schwedische Mediziner und Pharmakologe Arvid Carlsson von der Universität Lund wurde im Jahr 2000 für seine Bahn brechende Entdeckung der Bedeutung, die die Überträgersubstanz Dopamin für das Gehirn und die Muskelbewegung hat, mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Das öffentliche Leiden von Papst Johannes Paul II

Nicht nur einige der Mediziner, die sich mit Morbus Parkinson beschäftigt haben, sind berühmt geworden. Es gibt auch prominente Parkinsonpatienten, die ihrerseits dazu beigetragen haben, das Krankheitsbild in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Wer vergisst schon den eindrucksvollen Kampf, den Papst Johannes Paul II seiner Parkinsonkrankheit geliefert hat. Für viele Gläubige wurde er durch die Tapferkeit, mit der er trotz seines Leidens sein Amt weiter führte, zum Helden. Gerade unter Jugendlichen avancierte er mit dieser Haltung zur Vorbildfigur.

Betroffen, aber auch engagiert für die Entwicklung neuer Parkinsontherapien ist ebenfalls der kanadische Schauspieler Michael J. Fox, den Kinofans aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ kennen. Der seit 1991 an Parkinson Erkrankte musste auf Grund seines Leidens seine Schauspielkarriere aufgeben. Im Jahr 2000 gründete er eine Stiftung, die Gelder für die Parkinsonforschung sammelt. Unter anderem unterstützt er die Forschung im Bereich der Stammzelltherapie. Fox hofft, noch die Heilbarkeit des Morbus Parkinson zu erleben.
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