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24. Februar 2010

Morbus Parkinson - was bedeutet das?

 
Ursache für Parkinson: Degeneration bestimmter Nervenzellen im Gehirn
(© Medicalpicture)
„Morbus Parkinson“ ist im Deutschen auch als „Parkinsonkrankheit“ oder „Schüttellähmung“ bekannt. Ausgelöst wird die Erkrankung durch das langsame, unaufhaltsam fortschreitende Absterben von bestimmten Nervenzellen im Gehirn, die eine Substanz zur Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen produzieren – das Dopamin. Dieser so genannte Neurotransmitter ist für die Kontrolle von bewusst ausgeführten Bewegungen wichtig. Wenn etwa 50 bis 60 Prozent der Dopamin bildenden Zellen untergegangen sind, machen sich die ersten Beschwerden des Morbus Parkinson bemerkbar. Wichtigstes Anzeichen ist eine Verlangsamung der Bewegungen bis hin zur völligen Bewegungsstarre. Etwa die Hälfte der Patienten leidet zudem unter unkontrollierbarem Muskelzittern. Auch Muskelsteifheit und eine nach vorne geneigte, instabile Körperhaltung zählen zu den typischen Symptomen.

Die Ursachen noch nicht abschließend geklärt

Warum es zum Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen kommt, ist bisher nicht bekannt. Als Ursache diskutiert werden u. a. die giftige Wirkung von Pestiziden oder bestimmter gängiger Lösungsmittel. Mittlerweile wurde zudem in einer großen Studie gezeigt, dass kleine Veränderungen in den beiden Genen SNCA und MAPT das Risiko erhöhen, an Parkinson zu erkranken. Betroffen sind vor allem ältere Menschen – die ersten Krankheitszeichen treten meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. In Deutschland gibt es schätzungsweise 250.000 bis 300.000 Erkrankte.

Da bis heute keine Heilungsmöglichkeiten bestehen, ist das vorrangige Ziel der Parkinsontherapie die Linderung der Symptome. Hierzu setzt man vor allem den Wirkstoff L-Dopa ein, der im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird. Dieser Wirkstoff bekämpft sehr wirksam die mit der Krankheit einhergehende Bewegungsarmut und Starre. Neben L-Dopa werden eine Reihe weiterer Wirkstoffe eingesetzt. So können alternativ auch Dopamin-Agonisten angewendet werden, die an die selben Regionen der Nervenzellen wie Dopamin binden und daher die gleichen Prozesse auslösen. MAO-B-Hemmer wirken hingegen, indem sie den Abbau von Dopamin im Gehirn verlangsamen, sodass es länger wirksam ist. Im Unterschied dazu verhindern COMT-Hemmer den raschen Abbau von L-Dopa und werden daher nur in Kombination mit dem Wirkstoff eingesetzt.

Für Patienten, deren Krankheitssymptome nicht mehr durch Medikamente zu lindern sind, steht seit Beginn der 90er Jahre die Methode der Tiefenhirnstimulation zur Verfügung. Hierbei werden über hauchdünne Elektroden Stromimpulse in die gestörten Hirnregionen geleitet, die wieder für eine normale motorische Funktion sorgen. Das Kontrollgerät hierfür wird unter die Haut der Brust oder des Bauchs implantiert.

Vorausgesetzt, dass die Krankheit früh erkannt und rechtzeitig eine sachgerechte Therapie eingeleitet wird, haben Patienten mit Morbus Parkinson eine nahezu normale Lebenserwartung und können ein hohes Maß an Unabhängigkeit bewahren.
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