Rosi Mittermaier, Botschafterin der Initiative gegen Knochenschwund
(© Stroebel Communications)
Bis vor nicht allzu langer Zeit war der so genannte
„Witwenbuckel“ Grund zur Stigmatisierung der Betroffenen. So war er ein beliebtes Stilmittel bei der Darstellung von Hexen: Die bucklige Alte ist das gängige Bild, das in historischen Darstellungen zur Illustration der einst geachteten, dann von der Kirche verteufelten Frauen herangezogen wurde. Dass der gebeugte Rücken nicht eine natürliche Alterserscheinung, sondern das
Symptom einer Krankheit ist, blieb bis ins vorletzte Jahrhundert verborgen.
Erst im Jahr
1885 prägte der Innsbrucker Arzt Gustav Pommer den Begriff „Osteoporose“, das er aus den lateinischen Wörtern
„os“ für Knochen und
„porus“ für Öffnung oder Pore zusammensetzte. Allerdings wurde der Krankheit, auch nachdem sie ihren Namen hatte, noch lange Zeit
wenig Aufmerksamkeit in der medizinischen Diagnostik zuteil - noch bis in die 1980er-Jahre wurde sie vielfach ignoriert. Erst das Aufkommen der Knochendichtemessung in den USA rückte die Osteoporose stärker ins Bewusstsein der Medizin.
Erste Therapieansätze in den 1950ern
Erste medikamentöse Therapieansätze ergaben sich Ende der 1950er-Jahre aus der Entdeckung, dass bei englischen Bergarbeitern auf Fluoridlagerstätten Knochenwucherungen an den Enden ihrer Gliedmaßen auftraten. Daraus wurde geschlossen, dass
Fluorid anscheinend zum Knochenaufbau beiträgt. Noch heute wird das Mineral in der Osteoporosetherapie eingesetzt - neben einer Reihe weiterer Knochenabbau hemmender und -aufbau fördernder Arzneimittel, die heute zur Verfügung stehen. Unter anderem tragen die so genannten
Bisphosphonate dazu bei, die Anzahl der Knochenbrüche entscheidend zu minimieren. Sie lagern sich auf der Oberfläche des Knochens ab und hemmen dort den Knochenabbau. Innovative Medikamente bieten gute Chancen, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.
Trotzdem bleibt die Krankheit noch immer häufig un- oder nicht ausreichend behandelt - höchstens ein Fünftel der Betroffenen wird adäquat therapiert. Der Grund: Die
Erkrankung beginnt unbemerkt, da es meist keine körperlichen Anzeichen für den verstärkten Knochenabbau gibt und das Wohlbefinden des Patienten noch nicht beeinträchtigt ist. Häufig wird die Osteoporose erst im späten Stadium entdeckt, wenn es bereits zu Knochenbrüchen gekommen ist. Dabei könnte eine
rechtzeitige Behandlung einer späteren Pflegebedürftigkeit vorbeugen und damit die Lebensqualität der Betroffenen erhalten, aber auch unserem Gesundheitssystem hohe Kosten ersparen.
Prominente Frauen werben für Vorsorge
Prominente Frauen setzen sich dafür ein, dass sich daran etwas ändert: Vorreiterin ist Rosi Mittermaier, die sich als Botschafterin der
„Initiative gegen Knochenschwund“ engagiert. Die ehemalige Spitzensportlerin regte ihre Freundin, die Schauspielerin Viktoria Brams (bekannt aus der ARD-Serie „Marienhof“), gerade noch rechtzeitig zu einer Knochendichtemessung an. Durch Einnahme entsprechender Präparate stärkt Brams nun ihre Knochen und engagiert sich ebenfalls als Botschafterin. Auch sie will andere Frauen ermuntern, gegen die Krankheit aktiv zu werden.