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15. September 2005

Osteoporose - was bedeutet das?

 
Häufige Folge von Osteoporose: Wirbelbrüche
Osteoporose bedeutet wörtlich „poröser Knochen“. Der Volksmund spricht von „Knochenschwund“ und bezeichnet damit trefflich, was bei der Osteoporose geschieht: Es wird mehr Knochen ab- als aufgebaut. Wie alle Gewebe im menschlichen Körper besteht auch das Knochengewebe aus einem Verband lebender Zellen, der fortlaufend neu auf-, um- und abgebaut wird. Dieses Vorgehen gehört zum natürlichen Erneuerungsprozess des Knochens und findet während des gesamten Lebens statt. Gerät dieser Prozess aus dem Gleichgewicht und wird mehr Knochenmasse ab- als aufgebaut, wird der Knochen instabil und anfällig für Knochenbrüche. Gefürchtet sind vor allem Oberschenkelhalsbrüche, da diese bei älteren Menschen oft Todesfälle oder den Verlust der selbstständigen Lebensführung nach sich ziehen.

Osteoporose auf dem Vormarsch

Die Weltgesundheitsorganisation führt die Osteoporose unter den zehn weltweit bedeutendsten Krankheiten. In Deutschland leiden insgesamt vier bis sechs Millionen Menschen daran. Experten schätzen, dass sich die Krankheitszahlen innerhalb der nächsten vier Jahrzehnte verdoppeln werden. Grund dafür ist, dass, die Krankheit vor allem im höheren Lebensalter auftritt und der Anteil von älteren Menschen in der Gesellschaft steigt.

Der Knochenstoffwechsel ist abhängig vom Alter. So überwiegt in den ersten drei Jahrzehnten der Knochenaufbau. Mit etwa 35 Jahren hat der Körper die maximale Knochenmasse erreicht und das Verhältnis kehrt sich um: Der Knochenabbau überwiegt - ein völlig normaler Vorgang. Eine Osteoporose ist allerdings nicht mit diesem normalen Alterungsprozess zu verwechseln: Bei den Betroffenen liegt eine Störung des Knochenstoffwechsels vor, so dass das Knochenmaterial über das normale Maß hinaus abgebaut wird.

Bei Frauen kommt es allerdings nach der Menopause auf Grund von Östrogenmangel - dieses Hormon ist unter anderem an der Regulierung des Knochenumbaus beteiligt - zu einem beschleunigten Knochenabbau. Aus diesem Grund stellen Frauen nach der Menopause den Großteil der Betroffenen, doch auch bei Männern tritt die Erkrankung auf.

Sichtbare Folge: "Witwenbuckel"

Die Osteoporose verläuft lange still und schleichend und macht sich in der Regel erst bemerkbar, wenn schon ein leichter Sturz mit einem gebrochenen Knochen endet. Häufig kommt es zu so genannten Kompressionsfrakturen der Wirbelkörper: Die geschwächten Wirbel brechen unter dem Druck des Körpers ein. Mehrere solcher Einbrüche können eine Rumpfverkürzung um mehrere Zentimeter bewirken und zur Ausbildung eines ausgeprägten Rundrückens („Witwenbuckel“) führen.

Wenn Osteoporose bereits eingetreten ist, ist es schwer, sie zu behandeln. Das wichtigste Ziel der Therapie besteht deshalb darin, den Abbau an Knochenmasse zu verlangsamen und Knochenbrüche zu vermeiden.

Neben umfangreichen nicht-medikamentösen Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und Krankengymnastik, die der Muskelstärkung und Schmerzlinderung dient, stehen eine Reihe Knochenabbau hemmender und -aufbau fördernder Arzneimittel zur Verfügung, die die Anzahl der Knochenbrüche entscheidend minimieren können. Dies sind unter anderem die so genannten Bisphosphonate. Sie lagern sich auf der Oberfläche des Knochens ab und hemmen dort den Knochenabbau.
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