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15. September 2005

Alzheimer - was bedeutet das?

 
Die Alzheimer-Erkrankung führt zu folgenschweren Veränderungen im Gehirn
Die Alzheimer-Krankheit, auch Morbus Alzheimer genannt, ist eine sich schleichend entwickelnde Erkrankung des Gehirns, bei der langsam aber stetig Nervenzellen absterben. In der Folge wird im Verlauf der Erkrankung zunehmend die Hirnleistung beeinträchtigt. Betroffene leiden unter Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, die bis zum Totalverlust der Urteilsfähigkeit und Persönlichkeit führen können.

Benannt wurde die Erkrankung nach dem deutschen Arzt Alois Alzheimer (1864-1915). Er erkannte bereits im Jahr 1906, dass die abnehmenden geistigen Fähigkeiten, die bei manchen älteren Menschen zu beobachten sind, auf einem krankhaften Prozess beruhen und keine normale Erscheinung des Alters sind. Heute ist Alzheimer die häufigste Diagnose, die Psychiater und Neurologen bei über 65-Jährigen stellen. Die Zahl der Alzheimerpatienten in Deutschland liegt bei 700.000.

Wie entsteht Alzheimer?

Für die Entstehung der Erkrankung gibt es derzeit drei Theorien: Die "Beta-Amyloid-Theorie" geht davon aus, dass ein bestimmtes Enzym, also eine im Körper gebildete organische Verbindung, die den Stoffwechsel steuert, übermäßig aktiv ist. Dadurch wird ein Eiweiß mit dem Namen Beta-Amyloid freigesetzt, das sich an den Nervenzellfortsätzen im Gehirn anlagert. Dort bildet es unlösliche Klumpen, die so genannten amyloiden Plaques. Haben diese "Eiweißablagerungen" eine bestimmte Größe erreicht, werden sie von den Immunzellen des Körpers angegriffen, denn diese sehen darin körperfremde Eindringlinge. Dies geschieht so gründlich, dass dabei auch die Nervenzellen zerstört werden.

Die "Apo-E-Theorie" besagt, dass das Gen Apo-E Ausbruch und Verlauf der Alzheimerkrankheit im Alter beeinflusst. Apo-E kommt in verschiedenen Varianten vor. Eine davon, die Apo-E4-Variante, erhöht anscheinend das Krankheitsrisiko auf etwa 30 bis 40 Prozent. Menschen, die nicht Träger dieses Gens sind, haben im Vergleich ein durchschnittliches Erkrankungsrisiko von 15 Prozent. Auf welche Weise Apo-E4 jedoch zum Auftreten von Alzheimer beiträgt, ist noch nicht bekannt und wird zurzeit intensiv erforscht.

Die "Tau-Theorie" verdächtigt ein anderes Eiweiß namens Tau, Alzheimer zu verursachen. Tau kommt nur im Nervensystem vor. Im Gehirn wird es hauptsächlich in den Nervenzellen gebildet, wo es der Stabilisierung dient: Im Innern der Zelle gibt es feinste Röhrchen, Mikrotubuli genannt. Tau spannt diese auf, wodurch die Zelle "Halt und Form" erhält. Wird das Eiweiß geschädigt, verlieren die Röhrchen ihre Spannkraft und die Zelle damit ihre Stabilität. Sie schrumpft und stirbt schließlich ab.

Den Krankheitsverlauf verzögern

Bislang ist es noch nicht möglich, Alzheimer zu heilen. Es gibt mittlerweile jedoch Medikamente, die die Symptome der Erkrankung abschwächen und den Krankheitsverlauf etwas verzögern können. Zudem lassen neue Erkenntnisse darauf hoffen, dass das Leiden in Zukunft besser zu behandeln und möglicherweise gar heilbar ist. Intensiv vorangetrieben wird auch die Entwicklung eines Impfstoffs, der den Krankheitsverlauf verlangsamen soll.
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