Arzneimittel- und Diagnostika-Forschung zu Alzheimer in Deutschland
Von den zugelassenen Wirkstoffen gegen Alzheimer wurde einer in Deutschland erfunden: Memantin. Die Wirkstoffe, die derzeit mit Patienten erprobt werden, stammen hingegen alle aus Forschungslabors in anderen Ländern.
In mehreren deutschen Pharmalabors wird an neuen Alzheimermedikamenten geforscht. (© Merz Pharma)
In einigen Jahren könnten aber wieder Wirkstoffe aus deutschen Labors hinzukommen, weil mittlerweile eine Reihe von Unternehmen hierzulande an neuen Alzheimer-Medikamenten forscht. Dazu gehören Abbott (Ludwigshafen), Boehringer Ingelheim (Biberach), Merz (Frankfurt a.M.), Roche (Penzberg) und Probiodrug (Halle). Zudem wird eins der neuen Alzheimer-Diagnostika von Bayer HealthCare (Wuppertal) entwickelt.
Auch die akademische Forschung zu Alzheimer gewinnt in Deutschland immer weiter an Bedeutung. So wurde im Juni 2009 das „Helmholtz-Zentrum Bonn – Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen“ eingeweiht. Es soll die Forschung in Deutschland zu Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson bündeln und der Erforschung von Krankheitsursachen einen neuen Schub geben. Dadurch sollen neue Möglichkeiten für Prävention und Früherkennung, die Entwicklung wirksamerer Therapien und die besten Formen der Pflege und Versorgung eröffnet werden, um den Patienten künftig ein besseres Leben zu ermöglichen.
Im August 2009 hat zudem an der Universität des Saarlands, Campus Homburg, das Deutsche Institut für DemenzPrävention (DIDP) seine Arbeit aufgenommen. Es sucht nach neuen Strategien, wie Demenzen vorgebeugt werden kann.
Die Chancen stehen also gut, dass in absehbarer Zukunft aus Labors und Kliniken in Deutschland weitere wichtige Beiträge zur Vermeidung und Behandlung der Alzheimer-Krankheit kommen werden.