Von der Forschung über klinische Studien bis zur Zulassung: Medikamentensicherheit wird in Deutschland groß geschrieben. Aber wie funktioniert eigentlich Pharmaforschung? Wie werden Wirkstoffe identifiziert, welche Schritte gibt es bis zur Zulassung? Die Pharmaindustrie stellt hohe Ansprüche, um die bestmögliche Medizin zu entwickeln.
So entsteht ein neues Medikament
Moderne Arzneimittel sind Hightech-Produkte. Und Hightech ist auch nötig, um sie zu erforschen und zu entwickeln: neueste Analyse- und Synthesetechnik, gentechnische Labors, Hochleistungs-Computer, Analyseroboter und vieles mehr. Pharmaforscher und ihre Mitarbeiter müssen hoch qualifiziert sein, um gestützt auf die neuesten biomedizinischen Ergebnisse Wege zu den Medikamenten von morgen zu ebnen.
KI: Starke Unterstützung für Arzneimittelentwicklung und Versorgung
Künstliche Intelligenz verändert die Arzneimittelentwicklung und die Patientenversorgung grundlegend. Damit Deutschland und Europa international wettbewerbsfähig bleiben, braucht es innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und gezielte Förderung.
Medikamente, die für Männer und Frauen bestimmt sind, werden auch mit Patienten beiderlei Geschlechts erprobt. Das verlangen die Zulassungsbehörden und das deutsche Gesetz. Die Studienergebnisse für beide Geschlechter gehen auch in die frühe Nutzenbewertung ein.
Spezielle Zulassungswege in dringlichen Fällen haben sich bewährt
In bestimmten Fällen lässt die EU ein neues Medikament schon vor Abschluss des regulären Studienprogramms zu, mit einer Zulassung mit Auflagen (Conditional Approval). Beauflagt werden weitere Studien und andere Untersuchungen, deren Ergebnisse binnen festgesetzter Fristen nachzuliefern sind.
Chemie-Nobelpreis: Mit einem „Click“ zum Wirkstoff
In diesem Jahr haben drei Forschende den Chemie-Nobelpreis für ihre wegbereitenden Arbeiten auf dem Gebiet der Click-Chemie und bioorthogonalen Chemie erhalten. Es geht um die effiziente Verknüpfung verschiedener Molekülbausteine.
Prämiert: Modelle für Lunge, Leber und Gelenke ersetzen Versuchstiere
Lungen- und Lebermodelle aus dem 3D-Drucker und Gelenkmodelle in Petrischale und Computer – für solche neuartigen Versuchssysteme haben zwei Forschungsgruppen am 11. Dezember 2019 den Preis des Landes Berlin für Alternativen zu Tierversuchen erhalten. Das Preisgeld von 40.000 Euro wurde geteilt. Finanziert wurde der Preis vom vfa.
Tierversuche und Tierschutz in der Pharmaindustrie
Fast alle Medikamente konnten nur mit Hilfe von Tierversuchen entwickelt werden. Sie sind weiterhin in der Pharmaforschung erforderlich, aber immer mehr Tiere können inzwischen eingespart oder Tests auch ganz ohne Tiere durchgeführt werden.
Preise für tierfreie Forschung zu Grippeviren und Schlaganfall
Am 12. Oktober 2017 wurden zum vierten Mal die „Preise des Landes Berlin zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche in Forschung und Lehre“ verliehen. Unterstützt wurden die Preise durch den Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) und die Tierärztekammer Berlin.
Adaptive Pathways – neue Wege zum zugelassenen Medikament
Mit den Adaptive Pathways kombiniert die europäische Arzneimittelbehörde EMA etablierte Zulassungsmechanismen zu einem Entwicklungsweg für Medikamente, um z.B. wissenschaftliche Beratungen effektiver einsetzen zu können. Wichtigstes Ziel: Schwer kranke und bislang schlecht therapierbare Patienten sollen schneller Zugang zu neuen Medikamenten bekommen, die ihnen helfen können.